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Antike Lagerlogistik

Lagern war nicht gleich Lagern

Eine große Villa brauchte Lagerraum. Doch damit ist das Problem noch nicht gelöst. Nicht alles, was angeliefert wurde, konnte am gleichen Ort aufbewahrt werden. Lebensmittel, Brennholz, Stoffe, Möbel, Geschirr, Werkzeuge, Amphoren, Körbe und Baumaterialien stellten ganz unterschiedliche Anforderungen. Manche Dinge mussten kühl bleiben, andere trocken, wieder andere sicher verschlossen oder gut erreichbar sein.

Lebensmittel waren besonders empfindlich. Getreide durfte nicht feucht werden. Öl und Wein mussten vor zu großer Wärme geschützt werden. Frische Waren mussten schnell weitergeleitet werden. Stoffe, Decken oder Kleidung brauchten vor allem Trockenheit. Holz dagegen musste luftig und trocken liegen, durfte aber nicht in bewohnten Bereichen stören. Keramik, Metallgerät oder Geschirr waren unempfindlicher, konnten aber zerbrechen, verschwinden oder im Weg stehen.

In der Nähe der Warenannahme gab es mehrere mögliche Lager- und Abstellbereiche. Die Kryptoportikus bot viel Raum, war aber nicht einfach abschließbar. Der lange Verbindungsgang zum Heizkasten des Bades war praktisch, blieb jedoch ein Durchgang. Unterhalb der Kryptoportikus lagen weitere lange Gänge, die kühl gewesen sein könnten, aber je nach Feuchtigkeit nicht für alles geeignet waren. Dazu kamen Räume nördlich des Corridoio Lungo und die große Halle der Giganten.

Man erkennt daran: Größe allein machte einen Raum noch nicht zum guten Lagerraum. Entscheidend waren Klima, Sicherheit, Nähe zu den Verbrauchsorten und die Frage, ob der Raum zugleich als Verkehrsweg genutzt wurde. Ein Korb mit Gemüse, ein Stapel Holz, ein Satz kostbarer Textilien und ein Vorrat an Amphoren gehörten nicht automatisch an denselben Ort.

Die Warenannahme war daher vermutlich weniger Endpunkt als Verteiler. Hier kam etwas an, wurde beurteilt und dann dorthin gebracht, wo es tatsächlich gebraucht oder gelagert werden konnte.

1 Kommentar zu „Antike Lagerlogistik“

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